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Wie sahen die Schiffe damals
aus?
Die meiste Schiffe zur Zeit der Entdeckungsfahrten waren Karracken.
Es handelte sich um eher rundliche, hochbordige Schiffe, die vorne und hinten
Aufbauten hatten. Eine Karracke hatte mindestens drei Masten, größere
Schiffe hatten vier. Die Schiffe waren mit schweren Kanonen ausgerüstet.
Das Flaggschiff von Kolumbus, die Santa Maria, war eine Karracke. Sie war 24 m
lang, 8 m breit und hatte eine Segelfläche von 330 m2. Die Santa
Maria hatte eine Besatzung von 52 Mann.
Viel wendigere Schiffe waren die Karavellen (zB Pinta und Nina von
Kolumbus). Sie waren kleiner als Karracken und hatten zwei bis drei
Masten
Zu dieser Zeit kam auch ein neuer Schiffstyp auf, die Galeone.
Galeonen waren schlanke Schiffe, deren Name auch an die schlanken Galeeren
erinnert. Sie dienten als Frachtschiff zwischen Spanien und den indischen
Kolonien. Sie boten mehr Platz für die Mannschaft, den Proviant und die
Handelswaren.
Die lange Reise
Während der langen Seereise waren die Seefahrer auf frisches Wasser
und frische Nahrungsmittel angewiesen. Auf hoher See gab jedoch keine frischen
Nahrungsmittel, sondern nur Schiffszwieback, gesalzenen Fisch und Salzfleisch.
Das Wasser an Bord war faulig und übelriechend. Bald erkrankten viele am
gefürchteten Skorbut, einer Vitamin-C-Mangelkrankheit. Die Matrosen
schliefen, ohne die Kleidung zu wechseln oder sich zu waschen. Die im Schiff
gelagerten Segel und der Ballast (Sand und Steine) wurden durch das eindringende
Wasser mit der Zeit faulig. So mußte das Schiff hin und wieder eine
Ruhepause an Land einlegen, wo es, meist mit Essig, desinfiziert
wurde.
Navigation
Die Italiener hatten zur Orientierung schon einen Kompaß mit
an Bord.
Schon bekannt war auch das Astrolabium. Es handelt sich hierbei um
eine runde Scheibe mit einem Zeiger zur Bestimmung der Höhe der Sonne und
der Sterne über dem Horizont.
Später wurde dieses Gerät durch den Jakobsstab ersetzt. Er
bestand aus einem 90 cm langem Stab mit einem kleineren Querstab. Er hatte eine
Skala und zwei Löchern an den Enden, durch die Himmelskörper und
Horizont angepeilt wurden. Der Jakobsstab ermöglichte eine grobe
Breitenbestimmung, die Längenbestimmung war nur sehr ungenau durch
Schätzung der zurückgelegten Strecke möglich.
Im 15. Jahrhundert wurde dann das Handlog mit Knoten erfunden. Die
Anzahl der Knoten wurde mit Hilfe einer Sanduhr 30 Sekunden lang gezählt,
davon kommt auch die Bezeichnung Knoten für Seemeilen/h.
Die Seefahrer teilten ihre Zeit auch in „Glasen“ ein. An
Bord gab es große Sanduhren, die jede halbe Stunde umgedreht wurden. Eine
Stunde sind also 2 Glasen.
Wichtige Navigationshilfsmittel waren auch die Ephemeriden. Es
handelte sich um astronomische Tabellen, die den Stand der wichtigsten Gestirne
für die Jahre 1475 bis 1506 beinhalteten.
Mit der Erfindung des Chronometers wurde eine exakte
Längenbestimmung möglich. Kolumbus war einer der ersten Seefahrer, die
solch ein Gerät an Bord hatten.
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